Stadt der Reformation

Hausinschriften

als protestantisches Bekenntnis

Durch seine von protestantischer Theologie erfüllten und sich zur Reformation bekennenden Hausinschriften ist Osterwieck zu einer 

                                                                         "Stadt der Reformation" 

ganz besonderer Art geworden.

Es sind die Inschriften an 41 Fachwerkhäusern und das frühprotestantische Kirchenchiff der Stephanikirche die den besonderen Rang kennzeichnen, der der Stadt unter den nach dem zweiten Weltkrieg erhalten gebliebenen Fachwerkstädten des deutschen Reformationsjahrhunderts zukommt.

Hier soll nur eine kleine Auswahl den besondern Charakter dieser Hausinschriften dokumentieren:

das häufig vorkommende Wort "solus - allein" ("Gebt unserm Gott allein die Ehre", Moses 5, 32,3 und Martin Luthers "allein die Schrift, allein durch den Glauben, allein durch Christus, allein durch Gnade" kann der Mensch Rechtfertigung und Erlösung erfahren)

und die zahlreichen Zitate aus Psalmen, die erst nach der Übersetzung Martin Luthers in die deutsche Sprache der Volksfrömmigkeit zugänglich geworden waren.

 

 

Am Markt 14 von 1570

ALLEIN GOT BAWT WACHT VUN BEHVT DAS HAVS WIE SALMO LEREN THVT...


Kapellenstraße 42 von 1610

DEO SOLI GLORIA,  Las Gott allein Dein Zuflucht sein


 

Schützenstraße 2 von 1579

Die Zeit und Freud der Welt vergeht. Alleinn Gottes Wort ewig bsteht


 

Schützenstraße 3 von 1600

Lobet den Herrn Alle heiden, und Preiset Ihnen Alle Völcker, denn seine gnade und Warheit waltet (Psalm117)


 

 

Neukirchenstraße 37 von 1580

....Wo Gott zum hauß nicht gibt sein gunst da ist all unser Baun umb sunst Psalm 127.....


 Eine vollständige Dokumentation dieser 41 Hausinschriften in Farbe, dazu  Übersetzungen der zum Teil in Latein verfassten Texte und ausführliche Erläuterungen finden sich in "Harz Forschungen 26, Klaus Thiele, Osterwieck, die Fachwerkstadt aus dem Reformationsjahrhundert, Lukas Verlag Berlin 2010"

Alle 41 Hausinschriften, zusammengefasst auf einem Faltblatt, sind erhältlich in der Stephanikirche und im Informationsbüro Am Markt


Vortrag zu diesem Thema, gehalten am 13. Dezember in Geschichtsverein von Goslar von Dr. Klaus Thiele, Wolfenbüttel:

http://www.geschichtsvereingoslar.de/mediapool/133/1339375/data/Wort_wird_Stadt_Veroff._Goslar_x.pdf